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Einladung zur Vorbereitung eines Kongresses gegen den antimuslimischen Rassismus

Am 24.03.2012 um 16 Uhr in der Hafenvokü (Hafenstr.116), Hamburg laden wir ein, zu einem ersten Treffen zur Vorbereitung eines Kongresses in Hamburg gegen den Antimuslimischen Rassismus:

Aller Orten Islam – überall Muslime!

… so titelte die antirassistische Zeitschrift ZAG im Juli 2010 in ihrem Schwerpunkt zum Antimuslismischen Rassismus und griff damit ein Thema auf, über das in der bürgerlichen Mitte viel diskutiert wird und zu dem es auch in der extremen Rechten klare Positionen gibt. Menschen die aufgrund äußerlicher Merkmale als Muslim_innen definiert werden, werden gleichgesetzt mit religiösen Fundamentalist_innen und Terrorist_innen. Sie werden assoziiert mit allem, wofür die scheinbar emanzipierte „westliche Welt“ nicht stehen will. Dahinter steht aber keine Religionskritik, sondern ganz simpler Rassismus.

Und die Linke?

… hält sich raus oder, noch schlimmer: Sie beteiligt sich an rassistischen Diskursen. Ob bewusst oder unbewusst, auch von vielen Linken werden Menschen, die für Muslim_innen gehalten werden, kollektive antiemanzipatorische Wertvorstellungen unterstellt. Auch hier geht es nicht um Kritik an Religion, sondern viel mehr um Gruppenkonstruktionen, die beängstigende Ähnlichkeit mit denen der rassistischen Mehrheitsgesellschaft haben. Ihren Höhepunkt findet diese Entwicklung, wenn politische Argumente mit flachesten „Gut-Böse-Konstruktionen“ vermischt, und alle scheinbaren Muslime zu Antisemit_innen definiert werden.

Kein Kommentar…

Seit Aufkommen des Themas lässt sich in der Linken aber auch eine relative Sprachlosigkeit feststellen. Zu Themen wie dem Verbot des Baus von Moscheen oder der Diskussion um das Tragen von Kopftüchern positionieren sich Linke Gruppen allenfalls anlassbezogen. Auch beteiligten sie sich kaum am Widerstand gegen öffentliche Auftritte von tatsächlich antifeministischen, homophoben und antisemitischen Predigern.

Ready for action!

Dass es an der Zeit ist, sich innerhalb der Linken mit dem Thema „Antimuslimischer Rassismus“ auseinander zu setzen, zeigen alle angesprochenen Punkte: Das Anwachsen des Rassismus‘ der Mehrheitsgesellschaft gegen Menschen, die als muslimisch definiert werden, die unreflektierte Reproduktion entsprechender Diskurse in der Linken und am meisten die fehlende Positionierung und der fehlende Aktivismus.

Wir, Einzelpersonen aus Hamburger antirassistischen und autonomen Zusammenhängen, sehen die Linke bezogen auf das Thema derzeit gefangen in dem Dilemma, einerseits gegen Rassismus aktiv sein zu wollen, sich andererseits aber nicht mit Menschen solidarisieren zu können, denen antiemanzipatorische Einstellungen unterstellt werden. Das Resultat ist die festgestellte Handlungsunfähigkeit im Zusammenhang mit dieser derzeit extrem verbreiteten Form des Rassismus.

Kongress!

Um dieses Dilemma aufzulösen und gleichzeitig antimuslimischen Ressentiments und damit verbundenen Spaltungserscheinungen in der Szene entgegen zu wirken, wollen wir mit einem „Kongress gegen den antimuslimischen Rassismus“ eine Gelegenheit zu einer umfassenden Auseinandersetzung mit allen Aspekten des Themas schaffen. Das zentrale Ziel hierbei soll es sein, linke Positionen zu dem Themenkomplex zu erarbeiten, um ein zentrales Element widerständiger Politik zurück zu erlangen: Handlungsfähigkeit!

Alle, die Lust haben sich inhaltlich und organisatorisch zu beteiligen, wollen wir einladen zu einem ersten Vorbereitungstreffen:

24.03.2012 um 16 Uhr in der Hafenvokü (Hafenstr.116), Hamburg